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Bodycontouring der männlichen Brust- und Körpersilhouette

Der Wunsch nach ästhetisch-körperlicher Perfektion hat in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft ein neues Gesundheits- und Körperbewußtsein geformt. Dabei gilt bei Frauen und inzwischen zunehmend auch bei Männern eine sportlich schlanke Körpersilhouette als Ausdruck für Jugendlichkeit, Dynamik und Erfolg. Übergewicht, Körperfülle und eine unproportionierte Gesamterscheinung werden dagegen als Zeichen für Phlegma, mangelnde Dynamik und Erfolglosigkeit wahrgenommen. So trägt in vielen Berufen eine sportlich-dynamische Erscheinung auch oft entscheidend zum persönlichen Erfolg bei.

Nicht zuletzt aus diesem Grund haben sich seit einigen Jahren auch rekonstruktiv-ästhetische Eingriffe beim Mann Schritt für Schritt weiter etabliert und konnten, unter inzwischen zunehmender gesellschaftlicher Akzeptanz, die früher bestehende Tabuzone verlassen. Dies läßt sich anhand der Jahr für Jahr erkennbaren Steigerungen der Fallzahlen ästhetisch-rekonstruktiver Operationen bei Männern belegen. Dabei spielen durchaus unterschiedliche Motivationen eine Rolle, zum Beispiel ein permanent-negatives Körpererleben durch Hänseleien seit der Kindheit, die männlich-partnerorientierte Attraktivität und nicht zuletzt der bereits erwähnte Wunsch sich mit Blick auf die Karriereleiter durch eine attraktivere äußere Erscheinung in eine bessere Ausgangsposition zu bringen.

Unter den dabei als “Top 4”gelisteten Eingriffen beim Mann spielt neben der Rhino- und Blepharoplastik das Bodycontouring einer übermäßigen männlichen Brust eine wichtige Rolle.

Die übermäßige Vergrößerung (Hypertrophie) der männlichen Brustdrüse wird als Gynäkomastie bezeichnet und unterscheidet sich von der sogenannten Pseudogynäkomastie, die mit dem vermehrten Vorliegen von Fettgewebe in der Brust verbunden ist wobei auch Mischformen bestehen.

Drogen, Alkohol, Medikamente, ein hormonelles Ungleichgewicht (besonders das Verhältnis der Östrogene zu Testosteron), genetische Faktoren, Lebererkrankungen und insbesondere auch exogen zugeführte Hormone (Anabolika) können die männliche Brust in Richtung auf eine Gynäkomastie verändern. Während der Pubertät entwickelt sich bei vielen Jugendlichen über einen begrenzten Zeitraum eine Gynäkomastie, die sich später meist spontan rückbildet. Auch führt beispielsweise der Abusus von Marihuana in der Regel zu einer Gynäkomastie, ebenso wie die klinische Behandlung mit Östrogenen oder Testosteroninhibitoren beim Prostatakarzinom. Auch das zunehmende Körperbewußtsein und der Wunsch nach körperlicher Perfektion können bei Einnahme anaboler Steroide zu einer deutlichen Gynäkomastie führen, wobei Bodybuilder zwar insgesamt einen erniedrigten Körperfett-Anteil haben, das exogen zugeführte Testosteron jedoch letztlich die endogene Testosteronproduktion supprimiert, was die Brust in Richtung einer Gynäkomastie verändert. Auch die abnehmende Testosteronproduktion im Alter kann eine Gynäkomastie bewirken.

Besteht bei Adipositas eine Pseudogynäkomastie so kann diese in der Regel durch eine alleinige lokale Liposuktion (Fettabsaugung) mit sehr guten Behandlungsergebnissen therapiert werden, ebenso auch eine Gynäkomastie mit nur moderat vergrößertem Drüsenkörper bei adipositasbedingter lokaler Körperfettvermehrung.

Bei der (echten) Gynäkomastie, die mit einem deutlich vergrößerten Brustdrüsenkörper einhergeht, ist eine chirurgische möglichst narbensparende Entfernung des zentralen Drüsenkörpers mit anpassender Liposuktion des peripheren Fettgewebemantels der Brustausläufer angezeigt. Dies erfolgt, je nach Größe des Befundes, durch einen im unteren Umfang des Brustwarzenvorhofs positionierten Hautschnitt oder, bei sehr großem Drüsenkörper, auch von der bestehenden Brustumschlagfalte aus. Sofern dabei ein deutlicher Hautüberschuß besteht, kann dieser im gleichen Eingriff mitentfernt werden.

Neben der rekonstruktiv-ästhetischen Korrektur einer Gynäkomastie spielt beim Mann der Wunsch nach einem Bodycontouring der Gesamt-Körpersilhouette eine weitere wichtige Rolle. Die Körperform des adipösen Mannes unterscheidet sich als “androider Apfeltyp” deutlich vom gynäkoiden “Birnentyp” der adipösen Frau. Der “androide Apfeltyp” zeichnet sich beim Mann dabei durch eine deutlich höhere intraabdominelle Fettanreicherung aus (die im typischen Fall zum “Bierbauch” führt), ferner durch eine neutrale bis positive Taillenlinie, im angelsächsischen Schrifttum auch “love handles” genannt.

Die anatomischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zielen dabei zwangsläufig in unterschiedliche rekonstruktive Richtungen. Der Kardinale Unterschied liegt in der Betonung des bei der männlichen Körpersilhouette im Vordergrund stehenden Muskelreliefs, während bei der Frau die besondere Betonung muskulärer Körperelemente in der Regel nicht erwünscht ist. Auch die Nabelsilhouette liegt beim Mann optimal eher im Hautniveau, während sie bei der Frau eher eingezogen ist. Ebenso zeigen sich deutliche Unterschiede in der typischen Taillenform. Die sogenannte Wespentaille der Frau gilt beim Mann als nicht maskulin und wirkt unnatürlich.

Eine ganz wesentliche Rolle im Rahmen des Bodycontourigs des Mannes spielt auch die Liposuktion. Durch die subkutane Fettabsaugung der vorderen Bauchwand und der seitlichen Übergänge im Bereich der “love handles” läßt sich die Körpersilhouette frontal und seitlich deutlich abflachen und formen. Damit sind in vielen Fällen (auch ohne ergänzende Korrektur des Muskelkorsetts) deutliche Verbesserungen der Gesamtsilhouette zu erreichen.