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Risikominimierte Bauchdeckenstraffung : von der konventionellen Bauchdeckenplastik zur Lipoabdominoplastik.

Die Bauchdeckenstraffung,auch Bauchdeckenplastik oder Abdominoplastik genannt,ist ein sehr wichtiges Arbeitsfeld in der ästhetischen und rekonstruktiven operativen Medizin.Insbesondere bei Patienten mit extremen Gewichtsschwankungen oder nach erheblicher Gewichtsabnahme sind häufig die Strukturen der Bauchwand (subkutanes Fettgewebe und Haut,Muskulatur und Faszien) deutlich beeinträchtigt ,sodaß die medizinische Rekonstruktion indiziert ist.


Die moderne Entwicklung der Liposuktion (Fettabsaugung) hat hinsichtlich der Komplikationssicherheit und der ästhetischen Qualität der Ergebnisse in Form der Lipoabdominoplastik ein neues Kapitel der operationstechnischen Möglichkeiten der Bauchdeckenplastik eingeleitet.
Bei der konventionellen Abdominoplastik mit Neuimplantation des Bauchnabels (die immer dann geboten ist,wenn auch oberhalb des Nabels ein deutlicher Hautüberschuss gegeben ist) besteht als Komplikationsmöglichkeit ein gewisses Risiko der Teilnekrotisierung (Absterben) von Hautarealen im unteren zentralen Bereich der Bauchdecke. Dies ist im anatomischen Verlauf der lokalen versorgenden Blutgefäße begründet. Wie aus anatomischen Studien hervorgeht, erfolgt die Blutversorgung der Bauchwand zu ca. 80% über die sogenannten perforierenden Blutgefäße (aus der Arteria epigastrica inferior und superior).
Bei der Operation mit der konventionellen Technik der Abdominoplastik besteht im Zuge der notwendigen chirurgischen Mobilisierung der Bauchwand im lateralen (seitlichen) Bereich die Gefahr einer Verletzung und teilweisen Unterbindung dieser für die Region wichtigen Blutversorgung mit der möglichen Folge entsprechender Komplikationen.
Bei der Lipoabdominoplastik, zuerst in der medizinischen Literatur beschrieben durch die Arbeiten des Brasilianers Prof.Dr.Osvaldo Saldanha (Präsident der Brasilianischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie, 2006-2007) wird dem Verlauf der versorgenden Blutgefäße Rechnung getragen,indem die chirurgische Mobilisierung der Bauchwand lediglich in einem zentralen mittleren Bereich durchgeführt wird und die notwendige seitliche Mobilisierung der Bauchdecke dagegen durch eine schonende Liposuktion mit stumpfen Absaugkanülen erfolgt.Durch dieses Vorgehen wird die Komplikationssicherheit des Eingriffs deutlich erhöht,da auf diesem Weg (neben dem Erhalt der wesentlichen lymphatischen Strukturen der Bauchwand) die erforderliche Blutversorgung über die wichtigen Perforans-Gefäße nicht beeinträchtigt wird.
Darüber hinaus läßt sich auch in ästhetischer Hinsicht durch diese Technik der Taillenübergang weitaus besser formieren.
Wir führen die Lipoabdominoplastik nach Saldanha seit einigen Jahren durch und sind hinsichtlich der Ergebnisse von dieser Technik überzeugt.